Labornetzgerät PeakTech 1575 im Test

PeakTech 1575 getestet

Das *PeakTech 1575 im Test: Wir stellen euch das Labornetzteil vor, welches wir leihweise vom Hersteller PeakTech bekommen haben.

Programmierbares Labornetzgerät mit USB: PeakTech 1575 im Test

Heute haben wir ein programmierbares Labornetzteil von PeakTech mit 1-32V Ausgangsspannung und 0-20A Ausgangsstrom. Es besitzt einen Kanal mit zwei Ausgängen (vorne und hinten). Vorne können bis zu 5A abgenommen werden, hinten die vollen 20A. An der Rückseite des Geräts befinden sich zudem eine USB-Buchse, um das Labornetzgerät mit einem PC/Laptop zu verbinden. So ist es möglich, die Spannung, Strom und weitere Werte zu konfigurieren. Außerdem ist ein Analogeingang vorhanden, um das Gerät fernzusteuern. Zur Kühlung hat das Netzteil einen aktiven Lüfter, welcher sich temperaturabhängig zu- bzw. abschaltet. Das Netzteil ist in Schaltnetzteiltechnik aufgebaut und besitzt einen Wirkungsgrad von über 87%. Das Gerät hat die Abmessungen von 200x90x255mm und ein Gewicht von 2,6kg.

Lieferumfang
  • deutsche Bedienungsanleitung
  • Werkskalibrierungsschein
  • Performance-Test-Report
  • CD mit LabView-, USB-Treiber und PC-Software
  • Kaltgerätekabel
  • USB-Kabel

Das Mikrocontroller gesteuerte Labornetzteil besitzt einen Überlast-, Überhitzung- und Überspannungsschutz. Die Spannung und der Strom werden auf zwei gut lesbaren 7-Segmentanzeigen dreistellig angezeigt. Leider haben beide Anzeigen nur eine Nachkommastelle (xx.x V bzw. xx.x A). Die Spannungs- und Strombegrenzung wird über zwei Inkrementalgeber eingestellt und kann durch drücken auf den Regler feinjustiert werden. Hierbei verblasst die nicht ausgewählte Stelle auf der Anzeige.

Stromeinstellung etwas ungenau

Die Messung der Spannung ergab einen Minimalwert von 0.8V und einen Maximalwert (bei Leerlauf) von 32,2V. Die Spannungsanzeige ist recht genau. Beim Strom traten allerdings Ungenauigkeiten auf. Bedingt durch nur eine Nachkommastelle beim Strom, lässt sich hier nur in 100mA-Schritten justieren und weicht zusätzlich um fast 30mA davon ab (128mA bei eingestellten 0,1A). An dieser Stelle sollte aber erwähnt sein, dass es möglich ist, das Labornetzteil mit der Computer-Software zu kalibrieren.
Dies wurde von uns nicht gemacht, da bei einem Gerät im Auslieferungszustand mit beigelegtem Kalibrierungsschein davon auszugehen sein sollte, dass diese Werte in Ordnung sind. Bei eingestellten 10.0A schaltete die Anzeige des Netzteils auch selbst einige Male zwischen 10.0A und 10.1A hin und her. Der maximale Ausgangsstrom konnte nicht genau ermittelt werden, da der Messbereich unseres Messgeräts nur bis 20A geht (er liegt etwas über 20A).

Wie reagiert das Gerät auf plötzliche Lastwechsel?

Um die Reaktion des Geräts auf plötzliche Lastwechsel zu untersuchen, wurde ein Leistungswiderstand von 5 Ohm verwendet. Ein Taster ermöglichte ein Zu- und Abschalten der Last. Zur Kontrolle des Spannungsverlaufs diente ein Oszilloskop von Rohde & Schwarz (HMO1024). Hierzu wurde der Trigger kurz unterhalb der Leerlaufspannung platziert, um Spannungseinbrüche zu erfassen. Der Lastwechsel von 5V Leerlauf auf 1A brachte die Spannung kurz zum Einbrechen und wurde in unter 2µs wieder eingeregelt.

Auffällig langsame Strombegrenzung

Beim Umgang mit empfindlichen Testschaltungen und der Entwicklung von elektronischen Schaltungen ist es interessant zu wissen, wie schnell das Netzgerät bei der Begrenzung des aufgenommenen Stroms reagiert. Sollte die angeschlossene Schaltung plötzlich mehr Strom ziehen, als erwartet, ist es wichtig, die Zeit bis zur Begrenzung kurz zu halten. Bei unserem Test wurde die Strombegrenzung auf 500mA eingestellt und ein Lastwiderstand (mit Taster zum schnellen Zuschalten) von 5Ohm angelegt. Nun sollte das Netzteil den Strom auf 500mA, statt 1A begrenzen. Der Test zeigte, dass das Labornetzgerät etwa 70ms benötigt, um den Strom zu begrenzen. Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Geräten auffällig hoch.
Dieser Test wurde nun beim Anschalten des Geräts wiederholt. Die Last ist also bereits am Ausgang und das Gerät wird eingeschaltet. Nun baute sich die Spannung auf die eingestellten 5V und entsprechend dazu ein Strom von 1A auf. Bis die Strombegrenzung hier reagierte vergingen etwa 800ms. Dieses Verhalten sollte bei der Verwendung mit empfindlichen Verbrauchern kritisch bedacht werden. Der Ausschaltvorgang des Geräts wies keine auffälligen Spannungsspitzen auf und die Spannung war mit der Last von 5Ohm nach 200ms abgebaut.

Sehr umfangreiche Funktionalität

Dank der mitgelieferten Software und der USB-Schnittstelle an der Rückseite des Labornetzgeräts ist es möglich, das Gerät fernzusteuern, einzustellen und zu kalibrieren. Die Software bietet die Möglichkeit, über Schieberegler und per Direkteingabe die Spannung und den Strom einzustellen, bevor der Ausgang zugeschaltet wird. Außerdem kann ein zyklischer Durchlauf generiert werden, bei dem Spannung, Strom, Ausgangszustand und die Dauer des Zustands festgelegt werden kann. Der erstellte Zyklus kann gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder geladen werden.

Zudem befindet sich ein Schalter mit 3 Positionen an der Rückseite des Netzteils, welcher mit vordefinierten Werten (Spannung und Strom) belegt werden kann. Beim Betrieb des Geräts können diese Werte dann mit dem Schalter direkt abgerufen werden.

Im Tab „Daten Log“ wird der Spannungs- und Stromverlauf des Geräts in einem Graphen dargestellt.

Die zusätzliche Möglichkeit zur Fernsteuerung über den analogen Eingang des Netzteils sollte hier noch erwähnt sein. Diese Funktion wurde aber aus zeitlichen Gründen nicht weiter betrachtet. Weiteres dazu kann im Datenblatt (PDF) gelesen werden.

Video

Im Test: Labornetzteil PeakTech P1575 (1-32V 0-20A) programmierbar mit USB
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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das *PeakTech 1575 durch die vorhandenen Schnittstellen einen sehr großen Funktionsumfang hat. Es fühlt sich solide an und lässt sich intuitiv bedienen. Außerdem ist es in der Lage, eine große Leistung abzugeben (32V bei 20A). Es besitzt zwar eine Feinjustierung, dennoch liegt die Anzeigegenauigkeit nur im einstelligen Nachkommabereich. Das Anwendungsgebiet liegt hier also eher im Leistungs- und Industriebetrieb, wo hohe Ausgangsleistungen und eine Schnittstelle zum PC (LabView) benötigt werden.

Ein Datenblatt (PDF) des Netzgeräts finden sie hier.

PositivNegativ
  • beleuchtete Anzeigen
  • Schnittstellen zur Fernsteuerung
  • konstantstromfest und kurzschlusssicher
  • temperaturabhängige Kühlung mit Lüfter
  • Bananenbuchsen mit Klemmfunktion an der Rückseite
  • Feinjustierung mit Inkrementalgebern
  • Anzeige mit nur einer Nachkommastelle
  • Langsame Reaktion bei Strombegrenzung
  • Keine Leitungen im Lieferumfang

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