Labornetzgerät QJ3005T im Test

QJ3005T getestet

In diesem Beitrag haben wir das regelbare Labornetzgerät *QJ3005T im Test, das wir freundlicherweise vom Versandhandel Komerci geliehen bekommen haben.

Digital geregeltes Labornetzgerät QJ3005T im Test

Unser Testgerät liefert laut Angaben des Herstellers eine Spannung von 0-30V und einen Strom von 0-5A. Es ist mit einem Trafo versehen und wird aktiv durch einen Lüfter an der Rückseite gekühlt. Dieser schaltet sich ab einer Stromabnahme von ca. 1A automatisch zu. Das Gerät hat die Maße 117x196x275mm und wiegt 4,9 kg. Im Lieferumfang befinden sich eine deutsche Anleitung, zwei Messleitungen mit Bananen-Steckern und Krokodil-Klemmen und ein passendes Kaltgeräte-Kabel.

Das Labornetzteil ist kurzschlussfest und besitzt eine einstellbare Strombegrenzung. Die Ausgänge sind potentialfrei. Neben den zwei Ausgangsbuchsen für Masse und positive Spannung, besitzt das Gerät zusätzlich eine Erdungsbuchse (Verbindung zum Schutzleiter). Zur Einstellung der Spannung bzw. Strombegrenzung sind zwei Inkrementalgeber mit Tastfunktion vorhanden. Diese ermöglichen ein genaues Einstellen der Ausgangswerte in 10mV bzw. 1mA Schritten. Die zwei rot beleuchteten 7-Segment-Anzeigen sind gut erkennbar. Die Ausgangsspannung wird 4-stellig mit zwei Nachkommastellen angezeigt (xx.xx V). Die Strombegrenzung wird ebenso auf einer 4-stelligen Anzeige eingestellt, jedoch mit drei Nachkommastellen (x.xxx A). Eine Besonderheit des Gerätes ist die sogenannte OCP-Funktion (Over-Current-Protection), die ein sofortiges Abschalten der Spannung, bei Erreichen eines vorher festgelegten Maximalstroms, ermöglicht.

Dank Inkrementalgeber ist Feinjustierung problemlos möglich

Im Test haben wir eine maximale Ausgangsspannung von 31,99V und einen maximalen Strom von 5,2A gemessen. Dank der Inkrementalgeber kann sowohl Spannung, als auch Strom per Druck auf die Drehregler für jede Dezimalstelle einzeln eingestellt werden. Ein ungewolltes Verstellen kann durch eine Sperrfunktion verhindert werden, indem einige Sekunden auf den Drehregler gedrückt wird. Ebenso kann durch längeres Drücken des anderen Reglers die OCP-Funktion aktiviert bzw. deren Parameter eingestellt werden.

Minimalste Schwingungen bei Lastwechsel

Um einen Lastwechsel zu simulieren und zu testen, wie das Netzteil auf plötzliche Be- bzw. Entlastung reagiert, wurde ein schaltbarer Leistungswiderstand (5 Ohm) an die Ausgangsbuchsen des Netzteils angeschlossen. Zur Messung und Darstellung des Spannungsverlaufs diente ein Oszilloskop von Rohde & Schwarz (HMO1024). Der Trigger wurde so gewählt, dass kleinste Spannungseinbrüche und Überschwinger bei Laständerung detektiert werden.
Wie die Bildern zeigen, gibt es leichte Schwingungen von etwa 0,25V bei einer plötzlichen Last von 1A und einer Ausgangsspannung von 5V. Ähnlich auch bei einer Last von 2A/10V. Relativ unbeeindruckt zeigt sich das Labornetzgerät, wenn die Last plötzlich abgeschaltet wird. Hier erhebt sich die Spannung kaum und es zeigt keine Schwingungen.

Welche Reaktionszeit hat die Strombegrenzung?

Wie schnell das Netzteil in die Strombegrenzung geht bzw. wie lange es braucht, den Strom zu regeln, haben wir in einem weiteren Versuch getestet. Hierzu wurde der schaltbare 5 Ohm Widerstand benutzt. Die Strombegrenzung wurde im ersten Test auf 500mA bei 5V und im zweiten auf 1A und 10V gestellt. Bei einem Lastwiderstand von 5 Ohm würde ohne Begrenzung ein Strom von 1A bzw. 2A fließen.
Bei Belastung des Ausgangs versucht das Gerät nun den Strom auf 500mA bzw. 1A zu begrenzen. Da Labornetzgeräte aber am Ausgang große Kondensatoren besitzen, um Lastwechsel auszugleichen, müssen diese erst entladen werden. Der Strom wird für kurze Zeit also weiter fließen. Auf den Bildern ist zu erkennen, wie die Spannung abnimmt und das Netzteil auf den eingestellten Strom regelt (Spannung nimmt proportional ab). Dies geschah innerhalb von ca. 15-20 ms. Auch in umgekehrter Reihenfolge wurde getestet: Das Netzteil ist bereits in der Begrenzung und die Last wurde plötzlich abgeschaltet.

Hier ist sichtbar, dass das Netzgerät etwas zu kämpfen hat und um 0,5V bzw. fast 1V über schwingt. Außerdem benötigt es ca. 20-40 ms, um auf die Ausgangsspannung zu regeln.

Ab 1A Ausgangsstrom wird es laut

Zu guter Letzt wurde ein Dauerbelastungstest mit dem größtmöglichem Ausgangsstrom (5A) über 30 Minuten gemacht. Hierzu wurde ein Temperatursensor an der Rückseite des Netzgeräts befestigt und so die Temperatur der ausströmenden Luft gemessen. Der Ausgang des *QJ3005T wurde kurzgeschlossen und die Strombegrenzung auf 5A eingestellt. Anfangs lag die Temperatur bei 26 Grad und stieg während des Test auf gerade einmal 33 Grad. Der geringe Temperaturanstieg ist dem kraftvollen Lüfter zu verdanken, welcher aber auch etwas laut seine Arbeit verrichtet.

Wie auch beim QJ1502C, lassen sich die Kappen der Bananenbuchsen komplett abschrauben und können so verloren gehen. Zudem hatte das *QJ3005T keine seitlichen Bohrungen für Einzellitzen.

Fazit

Mit seinem Ausgangsspektrum von 0-30V und 0-5A deckt dieses Labornetzgerät die meisten Anforderungen ab und liefert gute bis sehr gute Ergebnisse im Test. Besonders die Feinjustierung mittels Inkrementalgebern und die OCP-Funktion überzeugten. Der Lüfter macht seine Arbeit gut, aber leider auch etwas laut. Da er sich aber erst bei größerer Last hinzuschaltet, lässt sich hier vielleicht auch ein Auge zudrücken. Wer ein 1-Kanal Labornetzgerät mit 0-30V und bis zu 5A sucht, ist mit diesem Gerät sicherlich gut bedient.

 

Die Anleitung mit Datenblatt des Labornetzgeräts können sie hier finden.

 

PositivNegativ
  • geringes Packmaß
  • beleuchtete Anzeigen
  • Inkrementalgeber statt Potentiometer
  • Bananenstecker mit Krokodilklemmen im Lieferumfang
  • kurzschluss- und konstantstromfest
  • gute Kühlung durch Lüfter
  • schraubbare Bananenbuchsen
  • lauter Lüfter
  • fehlende Bohrung für Einzellitzen
  • Kappen der Buchsen komplett demontierbar

Weitere 1-Kanal-Labornetzgeräte können Sie in unserem großen Vergleich ansehen.

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