Labornetzgerät QJ1502C im Test

Labornetzgerät QJ1502C getestet

 

Heute haben wir das Labornetzgerät *QJ1502C im Test, welches wir freundlicherweise vom Elektronikhandel Komerci leihweise zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Passiv gekühltes Labornetzgerät QJ1502C im Test

Das Labornetzgerät liefert eine Ausgangsspannung von 0-15V und einen Ausgangsstrom von 0-2A. Es ist in Trafotechnik aufgebaut und wird passiv durch einen Kühlkörper an der Rückseite gekühlt. Das Gerät hat die Maße 95x150x243 mm und wiegt etwa 2,5 kg. Im Lieferumfang befinden sich zwei Bedienungsanleitungen (englisch und deutsch) und zwei Messleitungen mit Bananensteckern und Krokodilklemmen. Entgegen der Angabe des Händlers, befindet sich kein Kaltgerätestecker im Lieferumfang, sondern ein fest angeschlossenes Kabel mit Schukostecker.

Das Labornetzteil besitzt eine einstellbare Strombegrenzung und ist dadurch kurzschlusssicher. Die Ausgänge sind potentialfrei. Zur Regelung der Spannung und Strombegrenzung sind zwei Potentiometer vorhanden. Auf eine Grob/Feineinstellung bzw. Mehrgang-Potentiometer wurde leider verzichtet. Die zwei beleuchteten LCD-Anzeigen sind gut lesbar. Die Spannung ist mit einer 3-stelligen Anzeige ausgestattet, welche eine Nachkommastelle besitzt (xx.x V). Die Strombegrenzung kann ebenfalls auf einer 3-stelligen Anzeige eingestellt werden, die jedoch zwei Nachkommastellen besitzt (x.xx A).

Fingerspitzengefühl bei der Feinjustierung

Die Messungen im Test ergaben eine maximale Ausgangsspannung von 16,3V und einen maximalen Strom von 2,28A. Aufgrund der fehlenden Feinjustierung und der geringen Auflösung der Anzeige, wird ein präzises Einstellen erschwert. Dennoch ist es möglich, mit Fingerspitzengefühl die gewünschte Spannung bzw. den gewünschten Strom einzustellen. Die angezeigten Werte entsprechen sehr genau den gemessenen Werten (bspw. 3.0V am Netzteil entsprachen 3.08V am Multimeter).

Große Lastwechsel ohne Probleme

Für den Belastungstest wurde ein schaltbarer 5 Ohm Leistungswiderstand an das Labornetzgerät angeschlossen. Die Messspitze des Oszilloskops (Rohde & Schwarz HMO1024) wurde an den positiven und die Masse an den negativen Ausgang gehängt. Der Triggerpunkt wurde knapp unter bzw. knapp über die Sollspannung gelegt, um kleinste Spannungseinbrüche zu detektieren. Nun wurde bei eingeschaltetem Netzteil die Last plötzlich zu- bzw. abgeschaltet.
Wie in den Bildern zu sehen, ließ sich das Netzteil weder bei 5V/1A, noch bei 10V/2A beunruhigen und lieferte souverän die gewünschte Ausgangsspannung. Selbst bei 2A (max. Ausgangsstrom) ist nur ein minimaler Einbruch von wenigen mV zu erkennen. Ebenso gab es keine großen Überschwinger, als die Last plötzlich getrennt wurde. Das Netzgerät regelte alle Abweichungen innerhalb weniger µs wieder ein.

Wie schnell reagiert die Strombegrenzung?

In einem weiteren Versuch haben wir uns das Verhalten des Labornetzteils im Falle der Strombegrenzung angesehen. Es galt herauszufinden, wie viel Zeit das Netzteil benötigt, um von Normallast in die Strombegrenzung zu regeln. Hierzu wurde wieder der 5 Ohm Leistungswiderstand benutzt. Da bei 5V Spannung und einer Last von 5 Ohm ein Strom von 1A fließen würde, haben wir die Strombegrenzung auf 500mA eingestellt (bzw. 10V 1A).
Wird nun die Last angelegt, versucht das Netzteil den Strom auf 500mA zu begrenzen. Da der Ausgang aber mit großen Kondensatoren bestückt ist, um Lastwechsel besser Puffern zu können, fließt der Strom zunächst weiter. Die Bilder zeigen, wie die Spannung abnimmt und schließlich auf 2,6V bleibt. Dies geschieht innerhalb von ca. 15-20 ms. Auch haben wir das Ganze in umgekehrter Richtung getestet: Das Netzteil befindet sich in der Strombegrenzung und die Last wird plötzlich getrennt.

Hier ist zu sehen, dass das Netzteil innerhalb von 3-4 ms auf die Ausgangsspannung geregelt hat. Ein leichtes Überschwingen von 200mV bzw. 400mV ist zu erkennen.

Belastungstest erwärmt auf 64°C

Abschließend wurde ein Belastungstest mit größtmöglicher Last (2A) über 30 Minuten gemacht. Dabei wurde ein Temperatursensor am Kühlkörper des passiv gekühlten *QJ1502C’s befestigt und der Ausgang des Netzteils kurzgeschlossen (Strombegrenzung auf 2A). Begonnen wurde mit einer Temperatur von 35°C. Innerhalb von 30 min. stieg die Temperatur auf 64°C. Das Netzteil lief ohne Aussetzer weiter, doch ist eine Temperatur von 64°C über einen längeren Zeitraum nicht gut für die Lebensdauer der elektronischen Bauteile im Inneren. Ein Langzeittest wurde nicht gemacht.

Ein weiterer – wenn auch nur sehr kleiner – Kritikpunkt sind die Bananenbuchsen. Diese besitzen zwar eine Bohrung für Einzellitzen, deren Kappen ließen sich aber komplett abschrauben (könnten verloren gehen).

Video zum Test

Im Test: Labornetzteil QJE QJ1502C (0-15V 0-2A)
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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das kompakte, passiv gekühlte Labornetzgerät *QJ1502C im Test überaus gute Ergebnisse lieferte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut und wird nur durch die hohe Temperatur unter Volllast und die fehlende Feinjustierung getrübt. Wer sein Netzteil über einen längeren Zeitraum mit maximaler Last betreiben will, wird mit diesem Gerät auf Dauer nicht glücklich. Der Vorteil eines fast geräuschlosen Netzteils ist aber nicht zu vernachlässigen. Für Einsteiger und Anwender mit gelegentlich hohen Lasten ist es durchaus zu empfehlen und gerade im leisen Umfeld bestens geeignet.

Ein Datenblatt des Netzteils finden sie hier.

 

PositivNegativ
  • handlich und kompakte Maße
  • beleuchtete Anzeigen
  • Lastwechsel ohne Spannungseinbrüche
  • Bananenstecker mit Krokodilklemmen im Lieferumfang
  • kurzschlusssicher und konstantstromfest
  • passiv gekühlt (geräuscharm)
  • schraubbare Bananenbuchsen mit Bohrung für Einzellitzen
  • fehlende Feinjustierung
  • hohe Temperatur bei Dauerlast
  • Kappen der Bananenbuchsen komplett abschraubbar

Weitere 1-Kanal-Labornetzgeräte finden Sie in unserem großen Vergleich.

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